„Zusammenhalt in allen Bereichen“ – Tim Schork im Gespräch „Zusammenhalt in allen Bereichen“ – Tim Schork im Gespräch

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„Zusammenhalt in allen Bereichen“ – Tim Schork im Gespräch

„Zusammenhalt in allen Bereichen“ – Tim Schork im Gespräch

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Tim Schork ist neuer Geschäftsführer Sport des SV Waldhof Mannheim. Der 31-jährige befindet sich derzeit im Trainingslager in Belek, wo sich unsere Mannschaft auf die Restrückrunde vorbereitet. Bereits am gestrigen Abflugtag stoß Justin Butler vom FC Ingolstadt 04 auf Leihbasis zum SVW. Wir haben uns mit Tim Schork über seine neue Aufgabe beim SV Waldhof Mannheim unterhalten.

Frage: Wie sind deine ersten Gefühle, wenn du an deine neue Aufgabe in Mannheim denkst?

Tim Schork: Ich freue mich sehr, auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Verein. Doch zunächst einmal möchte ich allen ein frohes, gesundes und glückliches neues Jahr wünschen. Ich habe richtig Lust darauf, mit dem Verein die Leistung aus der Vorrunde zu bestätigen und werde alles dafür geben – immer und in jeder Sekunde – dass wir weiterkommen. So wie es unsere Fans auch im Stadion machen. Das ist für mich selbstverständlich, dass dies auch bei der Arbeit genau so aussieht.

Frage: Dein Aufgabengebiet ist ja unter anderem die Kaderplanung. Wie gehst du im Bereich Transfers vor?

Tim Schork: Meine Vorgehensweise ist hier grundsätzlich erst einmal sehr analytisch. Ich habe eine detaillierte Kaderanalyse durchgeführt. Wenige Tage später gab es dann den Austausch mit dem Trainerteam. Dort haben wir von unserer Spielweise, über unsere Abläufe, bis hin zur Analyse jedes einzelnen Spielers eine intensive Zeit verbracht. Daraus haben wir dann natürlich unsere Schlüsse gezogen. Im Team, wozu auch unsere Scouts Valentin Herr und Benjamin Horchler zählen, haben wir dann Spieler geprüft, die auf die erstellten Profile passen und diese kontaktiert. Wir wollen hier immer proaktiv handeln und auf die Spieler und ihre Berater zu gehen, anstatt darauf zu warten, dass uns Spieler angeboten werden. Klar ist aber auch, dass die Möglichkeiten im Wintertransferfenster sehr begrenzt sind und wir bereits eine sehr gute Mannschaft haben.

Frage: Was gibt dann unter dem Strich den Ausschlag dafür, ob ein Spieler verpflichtet werden soll?

Tim Schork: Ich möchte Spieler mit einer hohen Identifikation für den Verein. Das lebt unser Kader derzeit sehr gut vor und so möchten wir dann auch Spieler verpflichten, die in dieses Kollektiv gut reinpassen

Frage: Also ist Justin Butler genau so einer der ins Profil passt?

Tim Schork: Wir standen mit Justin und seinem Berater bereits etwas länger im Kontakt, haben uns dann am Silvestertag getroffen und uns ausgetauscht. Anschließend haben wir vereinbart, dass sich beide Seiten das Gespräch durch den Kopf gehen lassen und wir am nächsten Tag nochmals das Gespräch suchen. Am gleichen Tag etwa 10 Minuten danach saß ich im Auto und erhielt einen Anruf. Es war sein Berater, der sagte, dass Justin unbedingt zu uns kommen möchte. Das zeigt mir, dass der Spieler für die Aufgabe brennt und genau das passt zu uns!

Frage: Worauf kommt es noch an?

Tim Schork: In erster Linie auf die Qualität und den Charakter. Diesen ist nämlich bewusst, was es bedeutet, für den SV Waldhof Mannheim zu spielen und passen dann sehr gut in das angesprochene Kollektiv. Spieler, die ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen, passen nicht in unsere Philosophie und sind für uns uninteressant.

Frage: Wenn jemand zu dir kommt der dich nicht kennt, wie würdest du dich als Person beschreiben?

Tim Schork: Grundsätzlich stehen bei mir die Attribute Menschlichkeit, Fleiß und Zuverlässigkeit sehr weit oben. Ich bin der Meinung, dass dies einfach Komponenten sind, die in jeder Lage größte Bedeutung haben. Ebenso würde ich mich als sehr tüchtigen Menschen beschreiben, der auch mal den Extrameter geht. Kommunikation spielt für mich auch eine große Rolle. Es muss klare Regeln geben, aber jeder weiß auch, was der Rahmen dieser ist. Ebenso sind mir klare und auch schonungslose Analysen sehr wichtig. Dies ist sowohl im sportlichen Bereich als auch im Zusammenspiel mit Mitmenschen von hoher Bedeutung. Manchmal ist die Realität hart und bitter, aber ich möchte diese auch aussprechen, und habe damit auch gute Erfahrungen gesammelt. An oberster Stelle steht hier natürlich auch der gegenseitige Respekt, der für ein gesundes Miteinander unersetzlich ist.

Frage: Viele Menschen in deiner Position verfolgen einen Karriereplan und setzen sich Ziele, wann man wo sein möchte. Wie sieht das bei dir aus?

Tim Schork: Es gab und gibt bei mir keinen Karriereplan. Ich habe bei all meinen bisherigen Aufgaben sehr viel investiert. Dass meine Arbeit so wertgeschätzt wird, freut mich sehr und ist zeitgleich ein Ansporn, mich stetig weiterzuentwickeln.

Frage: Mit 31 Jahren bist du vergleichsweise jung. Ist das ein Nachteil in Bezug auf die Erfahrung auf deiner Position?

Tim Schork: Klar bin ich mit 31 Jahren noch vergleichsweise jung, jedoch bin ich unter dem Strich schon über 10 Jahre im Fußball-Geschäft dabei. Früh habe ich erste Erfahrungen im Scouting gesammelt. Dazu h in einem Nachwuchsleistungszentrum gearbeitet, war an unzähligen Transfers direkt beteiligt, aber auch Analysen von Gegnern und vom eigenen Team aufgestellt. Zusätzlich zum Fußball war es für mich wichtig, ein sehr breites Gesamtpaket aufzubauen. Zunächst habe ich dual BWL-Bank studiert, um kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse anzueignen. Diese konnte ich in der Praxis bei der Sparkasse Heidelberg, für welche ich insgesamt fast 11 Jahre tätig war, in der Praxis umsetzen. Ebenso konnte ich hier Erfahrungen rund um das Marketing und die damit verbundene Kommunikation und Führung sammeln. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei den Verantwortlichen der Sparkasse Heidelberg um Stephan Brandhuber für die Zusammenarbeit bedanken. Durch ihre Unterstützung konnte ich zeitgleich meinen Job beim SV Waldhof optimal bewerkstelligen.

Frage: Pünktlich zum Jahreswechsel gibt es den Brauch, Vorsätze oder Wünsche für das neue Jahr abzugeben. Hast du solche auch?

Tim Schork: Leider spielt ja die Corona-Thematik immer noch eine große Rolle in unserem Leben. Daher wünsche ich mir viel Gesundheit für alle. Dies bringt mit sich, dass unser Carl-Benz-Stadion mit seinen überragenden Fans wieder gefüllt werden kann und wir vor heimischem Publikum unsere Heimstärke bestätigen können. Und selbstverständlich auch bei Auswärtsspielen, wo uns die Unterstützung aus dem Gästeblock einfach immer wieder unheimlich pusht.

Frage: Und persönlich? Gibt es da auch Ziele, welche du dir gesetzt hast?

Tim Schork: Alles geben auf allen Ebenen! Rückschläge kann es immer wieder geben, man darf nur nicht liegen bleiben, sondern muss wieder aufstehen und mit dem Herz am richtigen Fleck weiterarbeiten. Persönlich ist es mir wichtig, dass wir im Verein die Infrastruktur und die Strukturen im sportlich administrativen Bereich weiter ausbauen. Ebenso möchte ich den Blick verstärkt auf unsere Jugend setzen. An oberster Stelle steht für mich jedoch eine Sache ganz besonders: Zusammenhalt in allen Bereichen!

 

03.01.2022

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